Bürgermeister Wolfgang Schenk erklärt, was sich in Lauingen bewegt Von Yvonne Salvamoser

 

Bis zu Schuljahresbeginn sollen die gröbsten Arbeiten der Mittelschulsanierung beendet sein und der Unterricht nicht beeinträchtigt werden. Gerade allerdings läuft die Sanierung auf Hochtouren und es werden unter anderem neue Fenster eingesetzt.

 

Lauingen Mittelschulsanierung, Kindergartenprovisorium und Friedhofserweiterung: Was über die Sommerferien in der Albertus-Magnus-Stadt passiert, welche Projekte heuer noch nicht verwirklicht werden und wie sich Lauingen entwickelt, erklärt Bürgermeister Wolfgang Schenk im Sommergespräch mit der Donau-Zeitung.

Urlaubszeit und der Stadtrat hat Sitzungspause: Heißt das Stillstand in der Stadt?

Schenk: Die Zeiten, in denen über den Sommer Stillstand herrschte, sind für die Stadtverwaltung längst vorbei. Es gibt im wahrsten Sinne des Wortes ein paar Baustellen, die vorangehen müssen.

Welche Baustelle ist momentan die größte?

Schenk: Für insgesamt 1,2 Millionen Euro wird die Mittelschule saniert. Im Moment laufen viele Gewerke parallel: Es werden Fenster ausgetauscht, Simse gesetzt, das Dach wird für die Dämmung vorbereitet. Alles, was den Unterricht stören könnte, wird in der Ferienzeit gemacht, so dass wir im September den Schulbetrieb wohl wieder regulär aufnehmen können.

Mit Blick auf den Kindergarten St. Martin, der in der Sturmnacht vor einigen Wochen sein Dach verlor, muss sich in der Kindergartenlandschaft etwas tun.

Schenk: Gerade sind wir dabei in der Grundschule eine Übergangslösung für die Kindergartenkinder von St. Martin einzurichten. Es müssen für insgesamt etwa 50000 bis 60000 Euro zum Beispiel neue Toiletten installiert und ein Klassenzimmer als Gruppenraum umgestaltet werden. Hier ist noch einiges zu tun. Bis Ende des Jahres, also nicht ganz zu Beginn des neuen Kindergartenjahres, wird das Provisorium voraussichtlich genutzt werden können. Damit wird dann der Bahnhofskindergarten entlastet, in dem die Kinder bis dahin untergebracht sind.

Was geschieht mit dem Kindergartengebäude selbst?

Schenk: In Gesprächen kristallisiert sich immer mehr heraus, dass das Gebäude nicht mehr genutzt werden soll. Es wiederherzustellen wäre zu teuer, zumal es auch keine gute Dämmung hat. Eventuell kann man den Keller noch erhalten und ein neues Haus darüber errichten. Eine Alternative wäre auf dem benachbarten Spielplatz beim Kurlandkindergarten eine neue solche Einrichtung zu bauen.

Wann wird eine Entscheidung darüber fallen?

Schenk: Wir brauchen noch ein bisschen Zeit. Aber es wird nach der Sommerpause eine der ersten Aufgaben des Stadtrats sein.

Woran wird im Moment noch gearbeitet?

Schenk: Der Friedhof Herrgottsruh wird erweitert. Es werden dort gerade Wege angelegt. Im Rathaus entsteht auf Wunsch des VdK, der hier Räumlichkeiten nutzt, eine behindertengerechte Toilette und für das Jugendcafé wurde ein Basketballplatz erstellt.

Wie sieht es im Straßenbau aus?

Schenk: Die Johannesstraße, die Ludwigstraße und einige Altstadtstraßen müssten dringend saniert werden. Aber da fehlt momentan das Geld.

Was tut sich bei den Lauinger Unternehmen?

Schenk: Der Folienhersteller Zill ist auf Expansionskurs und möchte sein Betriebsgelände erweitern. Im Gewerbegebiet entstehen Hallen für den Hausmeisterservice Rebele, Elektro Schadl und Zierhut Industriebehälter.

Manches Projekt allerdings musste verschoben werden.

Schenk: Den Radgarten zum Beispiel wollten wir schon in diesem Jahr umgestalten und aufwerten. Kolping allerdings baut zuvor noch einen Aufzug an sein Haus. Es würde keiner verstehen, wenn wir jetzt neu pflastern und kurz darauf die Bagger rollen würden. Auch die Erschließung von circa 20 Bauplätzen in Lauingen West II erfolgt erst 2013. Dann wird diese dringend notwendig, denn die Nachfrage nach Bauplätzen ist groß. Zwischen fünf und zehn Interessenten stehen aktuell auf der Warteliste.

Die Stadthalle sollte rundum saniert werden.

Schenk: Wir hatten bereits Fördergelder für eine Generalsanierung beantragt. Hätten wir diese in Anspruch genommen, hätten wir in vier Jahren vier Millionen investieren müssen – zu viel für Lauingen. Deswegen sanieren wir jetzt Stück für Stück, so wie es die Finanzlage der Stadt zulässt.

Auf der Agenda steht noch die Aussegnungshalle.

Schenk: Hier laufen aktuell die Planungen. 2013 wollen wir mit dem Bau beginnen, um das seit Mitte der 1980er Jahre bestehende Provisorium endlich „auszusortieren“.

Finanziert wird das Projekt über das Kommunalunternehmen. Spielen die Solarmodule auf dem Bauhof und der Turnhalle am Marienweg so viel ein, dass die Kosten für die Aussegnungshalle gedeckt sind?

Schenk: Die Aussegnungshalle kostet 1,1 Millionen Euro. Das schafft die Solaranlage nicht. Das Kommunalunternehmen wird ein Zuschussbetrieb bleiben und am Tropf der Stadt Lauingen hängen. Für die Aussegnungshalle ist das Kommunalunternehmen ein Finanzierungsmodell, das so im Haushalt nicht möglich wäre.

Wie sieht es mit der Heizungsanlage für die Lauinger Grund- und Mittelschule aus?

Schenk: Die ursprünglich geplante Hackschnitzelheizung liegt momentan auf Eis. Wir wollen die Wärme lieber geliefert bekommen und haben gerade eine europaweite Ausschreibung laufen. Damit könnten wir rund eine Million Euro Investitionskosten für die Heizungsanlage sparen »Kommentar Seite 23